Unterkategorie von Rigolen und Versickerungssysteme

Sickerschächte

Der Sickerschacht versickert Niederschlagswasser punktuell in die Tiefe. Er braucht wenig Fläche, verlangt aber durchlässigen Untergrund unter der Sohle und ausreichenden Abstand zum Grundwasser. Diese Unterkategorie führt Schachtsysteme aus Beton und Kunststoff samt Filter- und Abdeckteilen.

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Was in diese Kategorie gehört

  • Betonschachtringe mit Sickeröffnungen samt Konus, Auflagering und Abdeckung.
  • Kunststoffsickerschächte aus Polyethylen oder Polypropylen, leicht und ohne Hebezeug zu setzen.
  • Filter- und Absetzeinheiten, die Laub und Sand vor dem Schacht zurückhalten.
  • Schachtabdeckungen in den Belastungsklassen für begangene und befahrene Flächen.
  • Zubehör wie Anschlussdichtungen, Aufsatzrohre, Filtervlies und Steigeisen.

Worauf Sie bei der Auswahl achten

Beginnen Sie mit dem Boden. Ein Sickerschacht funktioniert nur, wenn der Untergrund unter der Sohle ausreichend durchlässig ist, dafür braucht es einen Durchlässigkeitsbeiwert aus einer Baugrunduntersuchung. Die DWA-A 138-1 nennt den Rahmen für Bemessung und Ausführung von Versickerungsanlagen, dazu gehören auch die Abstände zum mittleren höchsten Grundwasserstand und zu nicht abgedichteten Gebäuden. Prüfen Sie Durchmesser und Tiefe gegen das benötigte Speichervolumen, das sich aus angeschlossener Fläche, Regenspende und Versickerungsleistung ergibt. Planen Sie eine Filterschicht und eine vorgeschaltete Absetzstufe ein, denn Sand und Laub setzen die Sickerfläche innerhalb weniger Jahre zu. Die Abdeckung wählen Sie nach der Belastung der Fläche. Klären Sie zuletzt die wasserrechtliche Zulässigkeit bei der Kommune, weil Versickerung genehmigungs- oder anzeigepflichtig sein kann.

Typische Einsatzfälle

Versickerung von Dachflächenwasser bei begrenztem Platz, Entlastung von Hofabläufen und Rinnen, Zufahrten und Stellplätze ohne Kanalanschluss, Nachrüstung bei getrennter Niederschlagswassergebühr, Wegeentwässerung in Parkanlagen sowie Kombinationen aus Rigole und Schacht bei schwierigen Bodenverhältnissen.

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Häufige Fragen

Beton oder Kunststoff?

Betonringe bringen Masse und Auftriebssicherheit und sind bei hohem Grundwasser im Vorteil, verlangen aber Hebezeug. Kunststoffschächte sind leicht und schnell gesetzt, brauchen bei Grundwasser jedoch eine Auftriebssicherung.

Welcher Abstand zum Grundwasser ist nötig?

Üblich ist ein Mindestabstand von rund einem Meter zwischen Sohle und mittlerem höchstem Grundwasserstand, einzelne Länder verlangen mehr. Maßgeblich sind die DWA-A 138-1 und die Vorgaben der zuständigen Behörde.

Wie oft muss ein Sickerschacht gewartet werden?

Absetzraum und Filter werden regelmäßig kontrolliert und geleert, meist ein- bis zweimal jährlich und nach starkem Laubfall. Ohne Wartung setzt sich die Sickerfläche zu und die Leistung fällt deutlich ab.

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